Neues Album: Lucinda Williams singt die Beatles von Abbey Road (Highway 20 Records/Thirty Tigers)
Auf seine Art und für seine Seele
Lucinda Williams ist die Größte, wenn sie in der Art einer Geschichtenerzählerin das Amerika berührt, das wir spüren, ein Land, in dem alles weit weg ist und man selbst für die gewöhnlichste menschliche Berührung die gesamte Weite durchqueren muss, was manchmal auch sein kann so breit wie ein Küchentisch und manchmal so groß wie eine Prärie. Aber Lucinda Williams ist größer als die Größten, wenn das gar keine Rolle mehr spielt, es nur noch darauf ankommt, wer in Reichweite ist und was zwischen den beiden passiert, und ihre Songs drehen sich in diesem Strudel, der oft einige unerwünschte Dinge ausstößt. Der Sinn ihres Ausdrucks – dass man zwangsläufig mit unerwünschten Dingen leben kann – verleiht allen Geschichten über kleine Leute, die sie bisher erzählt hat, einen epischen Ton.
Dragan Ambrozić – Land heute, Lucinda Williams
(„Zeit“ Nr. 662, 2003)