Interview: Jelena Kleut
„Es gibt auch diese Erwartungshaltung: Man hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, gemäß den Regeln und der bisherigen Praxis. Man glaubt, das schütze einen, aber in Wirklichkeit tut es das nicht. Ich weiß, dass es auch heute noch Kolleginnen und Kollegen gibt, die denken: ‚Sie hat es ja selbst provoziert, warum musste sie so viel Aufhebens darum machen? Solange ich hier bin, mich zurückhalte und nicht viel Lärm mache, kann mir so etwas nicht passieren.‘ … Ihr Ziel ist ganz klar Rache. Dann wollen sie zeigen, was sie können. Und ob das dann eine Botschaft an alle anderen sein soll, die sich auf verschiedenen Seiten äußern, hängt von der Reaktion der akademischen Gemeinschaft ab. Inwieweit stimmen wir dem zu, ob und wie viel Kraft werden wir aufbringen zu sagen: ‚Es geht hier nicht nur um eine Professorin, es geht um ein Prinzip.‘“