Über Jay Simpson, ehemaliger Athlet und Teilnehmer an einem der berühmtesten Rennen in der amerikanischen Geschichte, Er ist heute im Alter von 76 Jahren gestorben.
Es war der 17. Juni 1994, als fast hundert Millionen Amerikaner auf ihren kleinen Bildschirmen zusahen, wie die Polizei einen der berühmtesten Sportler der jüngeren amerikanischen Geschichte verfolgte. Über Jay Simpson, den großen NFL-Star, der vor der Polizei flüchtete, indem er sich auf dem Rücksitz des Autos eines seiner Freunde, Al Cowling, versteckte, der die Polizei darauf aufmerksam machte, dass Simpson eine Waffe an seine Stirn hielt.
Fünf Tage zuvor wurden O Jays Ex-Frau Nicole Brown Simpson und ihr Freund Ron Goldman vor ihrem Haus in Los Angeles ermordet, der Hauptverdächtige war ein berühmter Sportler.
Die Verfolgungsjagd der Polizei nach Simpson wurde von 95 Millionen Menschen live verfolgt. Tausende Menschen kamen auf dem Autobahnabschnitt heraus, an dem OJ vorbeifahren sollte. Ein weißer Ford wartete, und einige trugen sogar Transparente zur Unterstützung des Verdächtigen. Es herrschte allgemeine Euphorie.
Gegen acht Uhr abends war alles vorbei, als Simpson die Bedingungen für die Übergabe aushandelte – er bat um ein Gespräch mit seiner Mutter, bevor er zur Polizei ging. Wenige Minuten nachdem er mit ihr gesprochen hatte, stellte sich Simpson der Polizei. Später wurden im weißen Ford 8.000 US-Dollar in bar, eine Garderobe, eine geladene Waffe, ein Reisepass, Familienfotos sowie ein falscher Bart und Schnurrbart gefunden.
Damit begann einer der berühmtesten Prozesse in der amerikanischen Geschichte.
Der Prozess des Jahrhunderts
Die Fahndung nach Simpson dauerte mehrere Stunden. Der Prozess, der die amerikanische Nation an die kleinen Bildschirme fesselte, dauerte 16 Monate.
Der „Jahrhundertprozess“ wurde live im Fernsehen übertragen und ermöglichte es jedem durchschnittlichen Amerikaner, sich eine Meinung über die Schuld oder Unschuld des Angeklagten zu bilden. Die Öffentlichkeit war gespalten. Es gab Auseinandersetzungen auf der Straße, in Cafés und Geschäften – hat OJ wirklich zwei Menschen getötet oder wird ihm etwas angehängt, weil er schwarz ist?
Simpson hatte ein starkes Team von Anwälten um sich, die es nach und nach schafften, die Beweise gegen den ehemaligen Sportler vor Gericht zu widerlegen. Das sogenannte „Dream Team“ bestand unter anderem aus Robert Shapiro und Robert Kardashian.
DNA-Proben aus Simpsons Auto stimmten mit dem Blut der Opfer überein. Eine auf dem Hemd des Opfers gefundene Haarsträhne passte zu Simpsons Haar. Es gab viele Beweise – aber keiner war stark genug, um Simpsons Anwälte zu entkräften, die als einige der besten der Branche galten. Sie verteidigten sich damit, dass die Polizei nicht sorgfältig mit den DNA-Proben umgegangen sei, weshalb diese nicht gültig seien. Darüber hinaus stützten sie ihre Verteidigung auf die Behauptung, die Polizei wolle Simpson wegen Rassenintoleranz anhängen, weshalb sich ein Großteil der Afroamerikaner auf die Seite von O Jay stellte.
Am 10. Oktober 1995 um XNUMX Uhr morgens wurde OJ Simpson offiziell für unschuldig erklärt.
Medienhysterie
Während die Fahndung nach Simpson 95 Millionen Menschen verfolgten, verfolgten mehr als 150 Millionen Menschen das Urteil live. Das Ausmaß der Hysterie, die unter der Bevölkerung herrschte, lässt sich vielleicht am besten daran erkennen, dass der damalige Präsident der USA, Bill Clinton, gewarnt wurde, dass es nach dem Urteil zu Unruhen kommen könnte. Die Zahl der Telefonanrufe während der Urteilsverkündung sank um 48 Prozent. Der Wasserverbrauch ging zurück, da die Menschen es vermieden, überhaupt auf die Toilette zu gehen. Die Arbeit ist landesweit so weit zum Erliegen gekommen, dass aufgrund mangelnder Produktivität ein Verlust von 480 Millionen US-Dollar entstanden ist.
Obwohl Simpson bis zu seinem Tod beharrlich seine Unschuld beteuerte, waren die Familien der Opfer von seiner Schuld überzeugt. Zwei Jahre nach seinem Freispruch wurde Simpson in einem Zivilprozess für schuldig befunden und mit einer Geldstrafe von 33,5 Millionen US-Dollar belegt. Ein Teil seines Eigentums wurde beschlagnahmt und versteigert, der größte Teil der Summe blieb jedoch verschuldet, berichtet AP.
Dreizehn Jahre später wurde Simpson wegen bewaffneten Raubüberfalls zu neun Jahren Gefängnis verurteilt, als er und seine Komplizen versuchten, Sport-Erinnerungsstücke aus einem Hotelzimmer in Los Angeles zu bergen.
Der Simpson-Prozess warf eine Reihe von Themen auf, die die amerikanische Gesellschaft auch heute noch beschäftigen. Von Rassenproblemen über die Haltung der Polizei gegenüber Afroamerikanern, häuslicher Gewalt bis hin zum Einfluss von Geld auf die Justiz. Darüber hinaus wurde der Prozess, der offiziell als ungeklärt gilt, mehrfach überprüft. Am bekanntesten ist die Serie „The People vs. O Jay Simpson: American Crime Story“, die zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat.