europäische Union hat in den letzten Jahren einen starken globalen Einfluss auf digitale Regeln gehabt – sobald ein Standard in der EU verabschiedet ist, ist es für Unternehmen oft rationaler, ihn global anzuwenden, und Länder außerhalb der EU nutzen ihn häufig als Grundlage für ihre eigenen Vorschriften. Dieser Mechanismus ist theoretisch als „Der Brüssel-EffektDies lässt sich meist durch die Kombination aus Marktgröße, regulatorischen Kapazitäten und vergleichsweise hohen Standards erklären. Eines der deutlichsten Beispiele hierfür ist die Datenschutz-Grundverordnung (im Folgenden: DSGVO), die globale Standards für den Schutz personenbezogener Daten festlegte und als Vorbild für Gesetze weltweit diente, darunter auch das serbische Recht. Sie brachte den Bürgern der Europäischen Union die größten Vorteile: stärkere Rechte, größere Verantwortung der Datenverarbeiter und einen Aufsichtsrahmen durch unabhängige Institutionen.
Betrachtet man die aktuellen Ereignisse in der Europäischen Union isoliert, so fällt ein Paradoxon auf. Obwohl die DSGVO im Europäischen Parlament mit überwältigender Mehrheit (rund 96 Prozent) verabschiedet wurde, hat der Druck in den letzten Jahren zugenommen, diese Regeln zu ändern und Standards zu relativieren, vor allem unter dem Vorwand, Innovationen zu schützen und Kosten zu senken.
Geschäft. In diesem Zusammenhang erscheint der Vorschlag des sogenannten Digitaler Omnibus, ein Paket von Änderungen zahlreicher Vorschriften im Bereich der digitalen Regulierung, einschließlich des Schutzes personenbezogener Daten, der Vertraulichkeit elektronischer Kommunikation, künstlicher Intelligenz und Informationssicherheit.
Lobbyarbeit für digitale Regeln
Um diesen Prioritätenwechsel zu verstehen, müssen wir das Gesamtbild betrachten. Amerikanische Technologiekonzerne aktiv Lobby dass die europäischen digitalen Regeln
„Rationalisierung“ im Sinne von mehr Spielraum für die Datenverarbeitung und weniger Verfahrensauflagen. Gleichzeitig in Europäische Strategiedokumente Und die öffentlichen Debatten gehen zunehmend von der Behauptung aus, dass die EU bei der Entwicklung und Kommerzialisierung digitaler Technologien, insbesondere künstlicher Intelligenz, hinter den Vereinigten Staaten von Amerika und China zurückliegt.
Entstehung global dominanter Plattformen. Aus dieser Perspektive wird Regulierung zunehmend als Innovationshemmnis betrachtet. Dieser Ansatz hat einen gravierenden Nachteil: Er ignoriert
Er betrachtet Kapital- und Marktstruktur als Schlüsselfaktor für Innovation und wählt die schnellste "Lösung" - Deregulierung - zum Nachteil der Bürger.
Die Organisation Noyb warnt dass die vorgeschlagenen Änderungen nicht primär kleinen und mittleren Unternehmen helfen werden, sondern vielmehr jenen, die bereits eine marktbeherrschende Stellung innehaben. Gleichzeitig
Die Struktur des Pakets lässt erkennen, dass künstliche Intelligenz (im Folgenden: KI) einer der Hauptadressaten ist, sodass der Eindruck entsteht, dass die Datenschutzstandards angepasst werden.
den Bedürfnissen der Entwicklung von KI-Systemen gerecht zu werden, anstatt die technologische Entwicklung mit den bereits bestehenden Regeln zum Schutz von Rechten in Einklang zu bringen.
Zivilsektor der Europäischen Union Sie warnen davor, dass das Digitalgesetz zur größten Absenkung der digitalen Rechte in der Geschichte der EU führen könnte. Sie stehen im Zentrum der Kritik. vorgeschlagene Änderungen der DSGVOwodurch Raum dafür entsteht, die grundlegende Frage, ob die DSGVO überhaupt Anwendung findet, durch die Einschätzungen und Argumente der Verantwortlichen zu lösen, anstatt durch
klare und vorhersehbare Standards wären notwendig. Die Folge wären größere Rechtsunsicherheit, uneinheitliche Rechtspraxis und geringere Möglichkeiten für die Bürger, ihre Rechte effektiv wahrzunehmen.
Schwächen bei der Durchsetzung der DSGVO und die Risiken des Digitalen Omnibusgesetzes
Dieser Ansatz ist auch deshalb problematisch, weil er die zentrale Schwäche des bestehenden Systems – die Durchsetzung – nicht behebt. Die Umsetzung der DSGVO hat bereits gezeigt, dass die Qualität des Schutzes nicht allein vom Text abhängt, sondern auch von der Aufsichtskapazität, der Verfahrensgeschwindigkeit und der Konsistenz der Entscheidungsfindung. Werden in einem solchen Umfeld die Ausnahmen weiter ausgedehnt und die Grundbegriffe relativiert, verschiebt sich das Kräfteverhältnis noch deutlicher zugunsten derjenigen, die bereits über die Ressourcen und die Infrastruktur für die Massendatenverarbeitung verfügen. Dies verändert auch die Erzählung vom „Brüssel-Effekt“: Anstatt Standards zu exportieren, die den Schutz der Bürgerrechte priorisieren, liegt der Fokus auf Flexibilität im Interesse des Marktes und der technologischen Entwicklung. In Systemen, die noch immer mit den Grundlagen des Datenschutzes zu kämpfen haben, wie beispielsweise … Von SerbienEin solches Signal kann leicht als Rechtfertigung für eine weitere Relativierung von Verpflichtungen dienen, anstatt Anreiz für eine verstärkte Aufsicht, verbesserte Praxis und einen wirksamen Rechtsschutz zu schaffen. Das endgültige Erscheinungsbild des Omnibusgesetzes wird ein Gradmesser für die tatsächlichen Prioritäten der europäischen Digitalpolitik sein. Daher ist es wichtig, dass die vorgeschlagenen Änderungen, solange sich dieser Text noch im Gesetzgebungsverfahren befindet, anhand des einzig relevanten Kriteriums bewertet werden: ob sie den wirksamen Schutz der Bürgerrechte stärken oder schwächen.
Der Autor ist Rechtsanwalt und Rechtsberater bei Partners Serbia